Die Premiere der „Gladiator Fight Series“ am 7. März 2026 legt offen, was lang schon bekannt ist: Neonazis und rechte Hooligans finden sich unter den Teilnehmenden und Organisatoren der Veranstaltung. Ein Artikel auf Periskop beleuchtet die Verbindungen zwischen dieser Kampfsportveranstaltung und rechten Gruppierungen:
„Seit Ende letzten Jahres wird kräftig die Werbetrommel gerührt, damit die Premiere der „Gladiator Fight Series“ am 07.03.2026 ein Erfolg wird. Die Kampfsportveranstaltung sei bereits seit einigen Wochen ausverkauft. Der Austragungsort werde erst einige Tage vor dem Event preisgegeben, heißt es seitens der Promoter.
Bislang wird nur auf die „Region Halle (Saale)“, Sachsen-Anhalt, verwiesen. Eine Taktik, die man so aus der Neonaziszene kennt, wenn versucht wird, Räumlichkeiten für RechtsRock-Konzerte oder ähnliches zu gewinnen. Tatsächlich greifen die Veranstaltenden der Fight Night bewusst auf dieses konspirative Vorgehen zurück, schließlich wird die Fightcard, d.h. die Aufstellung der Kampfpaarungen des Events, von Personen dominiert, die der Neonaziszene und dem rechten Hooliganmilieu angehören. Mit der Geheimhaltung des Austragungsortes erhoffen sich die Veranstaltenden, dass antifaschistische Proteste ausbleiben oder zumindest marginal ausfallen werden, damit das Event möglichst reibungslos durchgeführt werden kann. […]“
Demonstration: Kein Kampfsport den Faschisten – Gegen die Gladiator Fight Academy und ihre Fight Night
7. März 2026 + 15:30 Uhr + Startpunkt: Hauptbahnhof Halle
Fast ungestört vermittelt die „Gladiator Fight Academy“ seit Januar 2025 in Halles südlicher Innenstadt Gewaltkompetenzen an Neonazis, rechte Fußballfans und vor allem junge Männer.
Am 7. März 2026 soll nun ein erstes selbstorganisiertes Kampfsportevent im „Raum Halle“ stattfinden.
Als Antifas lassen wir das nicht unkommentiert geschehen!
Wer sind die Betreiber?
Die „Gladiator Fight Academy“ gibt sich betont unpolitisch, ein einfacher Blick auf die Betreiber des Gyms reicht aber bereits aus um dieser Selbstinszenierung deutlich zu widersprechen:
Theo Weiland ist ein vorbestrafter Gewalttäter, der mit Hakenkreuzsturmhaube posiert und bereits im Rahmen des „Jungsturms“, einer rechten Hooligangruppierung, von „Untermenschen“ schwadroniert hat. Der „Jungsturm“ machte regelmäßig Jagd auf Migranten, politische Gegner:innen und andere Fußballfans und wurde letztendlich als kriminelle Vereinigung eingestuft. Im Rahmen des Gerichtsprozesses wurde Weiland zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt.
Christopher Henze war 2016 am bewaffneten neonazistischen Überfall auf den linken Leipziger Stadtteil Connewitz beteiligt und ist nach wie vor aktiv in der rechtsextremen Hooliganszene vom 1. FC Lok Leipzig.
Hans Krüger kommt aus Cottbus und ist bestens mit der rechtsextremen Fanszene vom FC Energie Cottbus und lokalen Neonazis vernetzt.
Was wird vermittelt?
Im Gladiator treffen verschiedene Millieus aufeinander, die vor allem das Ideal einer männlichen Wehrhaftigkeit eint. Rechte Weltanschauungen münden notwendigerweise in der Ausgrenzung und Unterdrückung von vermeintlich Schwächeren und Personen, die nicht als Teil der eigenen Volksgemeinschaft definiert werden. Gewalt ist in dieser Ideologie ein legitimes Mittel und findet bundes- und weltweit seinen Ausdruck in immer häufiger auftretenden Überfällen auf Migranten, politische Gegner:innen, queere Menschen und Gewalt an Frauen.
Das Gladiator Gym liefert in Halle genau dafür das notwendige Handwerkszeug und die entsprechenden Kontakte. Kinder, Jugendliche und erwachsene Mitglieder kommen dort in Kontakt mit einem Personenumfeld, das seit Jahren in menschenverachtenden Zusammenhängen aktiv ist und entsprechende Werte und Normen vermittelt.
Es liegt nun an uns diesem Treiben etwas entgegenzusetzen. Die Gladiator Fight Night am 7. März 2026 dient als Prestigeprojekt des Gladiator Gyms, als Ort der Vernetzung verschiedener rechter Akteure und es ist zu befürchten, dass das Geld vor allem in die Finanzierung rechter Netzwerke fließt.
Wir wollen verhindern, dass ein rechtes Kampfsportstudio in Halle zur Normalität wird und den rechten und männerbündischen Organisatoren und Teilnehmenden das Event versauen!
Lasst uns gemeinsam eine laute und entschlossene Demonstration am Vorabend des 8. März auf die Straße bringen und deutlich machen, dass die Faschos und ihr Kampfsportstudio nicht weiter geduldet werden.
Ein verurteilter Straftäter mit Hakenkreuz-Sturmhaube, Überfälle auf alternative Personen oder sogar einen ganzen Stadtteil, hasserfülltes, neonazistisches Gedankengut und das Reden von “Untermenschen” – wäre das eine Umgebung, in der du gerne wärst, um Sport zu treiben? Wo du deine Kinder hinschicken würdest? Oder wäre das ein Ort, den du gerne in deiner Nachbarschaft haben würdest?
Diesen Ort gibt es seit Januar 2025 in Halle (Saale): Das Kampfsportstudio „Gladiator Fight Academy“, Beethovenstraße Ecke Lutherstraße, mitten in einem Wohngebiet der südlichen Innenstadt.
Das Kernteam des Gyms besteht aus drei einschlägig bekannten Personen: Die treibende Kraft dort ist Theo W., der spätestens ab 2016 Teil der Führungsriege der rechten Hooligan-Gruppierung „Jungsturm“ des FC Rot-Weiß Erfurt war und sich in diesem Rahmen an verschiedenen Überfällen auf Menschen beteiligte. 2021 wurde er zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Beweismittel bezeugen, wie er mit Hakenkreuzsturmhaube für ein Foto posierte und von “Untermenschen” schwadronierte.
Ein weiterer Betreiber, Christopher H. kommt aus dem Hooligan-Milieu des 1. FC Lokomotive Leipzig. H. war 2016 am Überfall auf den Leipziger Stadteil Connewitz beteiligt. Mehr als 250 vermummte Rechtsradikale randalierten damals mit Äxten, Sprengsätzen und Reizgas in dem Viertel.
Der dritte im Bunde, Hans K. wiederum ist dem rechten Fanklientel des FC Energie Cottbus verbunden und pflegt gute Kontakte in die Cottbusser Neonazi-Szene.
Dies sind nur einige ausgewählte Beispiele, die verdeutlichen sollen, wessen Geistes Kind die treibenden Kräfte hinter der „Gladiator Fight Academy“ sind, die Liste ließe sich noch fortführen. Es zeigt, welche Personen dort Training geben und über welche Kontakte sie verfügen. Das Gedankengut, das dort vertreten ist, ist ein klar neonazistisches und gewaltorientiert. Gewalt gegen Andersdenkende, Menschen mit anderer Herkunft oder Hautfarbe und allen, die von ihnen als Feinde deklariert werden.
Dies kann auf keinen Fall unwidersprochen bleiben. Deshalb rufen wir dazu auf: Trainiert nicht in diesem Kampfsport-Studio, meldet eure Kinder nicht dort an. Klärt eure Bekannten und Freunde darüber auf, was dort passiert und lasst nicht zu, dass ein rechtes Kampfsport-Studio zur Normalität in der Stadt wird.
Wir sind gespannt und motiviert auf die kommenden Monate. Wir haben einige Ideen und wollen den rechten Schlägern das Leben in Halle schwerer machen. Unser Selbstverständnis findet ihr hier.